UBar

Die UBAR©
in der neuen U2 Station Lerchenfelderstraße
Juli 2001
Konzept: DI Laura Jeschke Jakob Schindegger Manfred Schwaba
Betreuung: DI Jutta Kleedorfer
Photos: Klaus Pichler, Manfred Schwaba
Dieses Projekt wurde im Rahmen eines Wahlfaches der Univ. f. Bodenkultur erarbeitet

Die Ubar
Die Wiener Lokalszene hat in der letzten Zeit viel frischen Wind bekommen. Der Gürtel spielt dabei eine besondere Rolle, da gerade dort neue Impulse gesetzt wurden. Es hat sich gezeigt, welche Potentiale selbst in scheinbar unbenutzbaren Vierteln und Räumen der Stadt liegen! Auch in anderen Bezirken wurde die Szene mehr belebt – das Freihausviertel nahe des Karlsplatzes oder die Summerstage am Donaukanal zeigen dies ganz deutlich. Wir möchten die Situation nun um einen hochgradig interessanten Ort erweitern:

Sie ist die umfunktionierte stadtauswärtige U2 – Station Lerchenfelderstraße. Diese Bar wird auf zwei Ebenen in Zukunft eine wichtige Rolle in Wien spielen:
Einerseits belebt sie den Bereich Museumsstraße Lerchenfelderstraße neu – also ein ‚lokaler’ Effekt.

Das Angebot an attraktiven Lokalen und Bars ist in diesem Teil des 7. und 8. Bezirkes als eher gering einzustufen. Damit passt die Ubar hier besonders gut in eine innere Erweiterung des Viertels. Dieser Ort eignet sich aber gleichzeitig zur Schaffung eines neuen ‚kleinen Zentrums’. Die beiden angrenzenden Innenbezirke sind bekannt für derartige Knotenpunkte kleinen Maßstabs, die Lebensqualität aufgrund ihrer besonderen Nutzungsmöglichkeiten fördern und die urbane Ausstattung bereichern. In diesen lokalen Effekt ist die parallel durchführbare Neugestaltung des Weghuberpaks einzugliedern. Es bietet sich die Chance, den Verkehrsknotenpunkt U2/U3 durch eine transparente Freiraumgestaltung attraktiv und intelligent an die Umgebung anzubinden. Es wird also möglich, ungehindert vom neuen U-Bahnausgang U3-Volkstheater Richtung Lerchenfelderstraße zu gehen.

Aber auch eine Realisation der Verbindung Lerchenfelderstraße – Neustiftgasse wird durch eine offenere Platzgestaltung einfacher. Nicht zuletzt kann die Straßenbahnlinie 46 mehr in den Mittelpunkt des Platzes rücken und damit die Wichtigkeit dieses Verkehrsknotenpunktes hervorheben. Die Barrierewirkung der Lerchenfelderstraße – durch eine Anhebung der Fahrbahn auf Gehsteigniveau – wird entschärft. Trotzdem wird die kurze Erholung im ‚Grünen um’s Eck’ nicht verschwinden sondern die neue Gestaltung soll zusätzlich anziehen. Mehr Einsehbarkeit und eine offenere Zugänglichkeit verstärkt die Sicherheit dieses wichtigen öffentlichen Raums.

Zum anderen macht die Ubar diese Gegend zu einem neuen Imageträger der Wiener Lokal- und Barszene, ein über die Grenzen Österreichs hinausgehender Effekt ist zu erwarten.

Die U-Bar wird durch den ehemaligen U-Bahnabgang im neu gestalteten Weghuberpark betreten. Dieses elegante Objekt aus Glas steht nunmehr frei an der Ecke des Parks – die verdeckenden Gebüsche haben der offenen Freiraumgestaltung Platz gemacht.

Der Abgang in die U-Bar ist von weitem durch seine moderne Illumination sichtbar; er führt in den ruhig beleuchteten Eingangsbereich der Bar, wo Garderobe und etwas weiter hinten die Sanitäranlagen untergebracht sind. Die Bar selbst wird durch zwei breite Verbindungsräume betreten, an deren Seitenwänden die noch aus Stationszeiten stammenden Vitrinen Platz für Kunstobjekte und Installationen Platz bieten oder einfach nur Beleuchtungskörper sind.
Die Aufmerksamkeit bleibt aber für einen kurzen Moment an einer vorbeifahrenden U-Bahn: Der lange Barraum ist nur durch eine durchgehende Glaswand entlang der Bahnsteigkante vom Zug getrennt.

Die U-Bahn ist schnell genug vorbeigefahren, um die Konzentration für das anspruchsvolle Interieur der U-Bar wieder zu finden.
Der vordere, breitere Bereich – zwischen den beiden Verbindungen zum Eingangsraum – ist die Bar selbst. Die Spirituosen sind in Einerreihen an der hell hinterleuchteten Rückwand angeordnet. Dadurch entsteht ein Muster, wie es von den Linienplänen aus den U-Bahnzügen bekannt ist.

Zwischen Bar und Glasfront spannt sich eine kleine Tanzfläche auf. Ihr Boden als Lichtelement gestaltet. Entlang der mit einem Handlauf versehenen Glasfront sind immer wieder kleine Glastische in Brusthöhe zum Abstellen der Getränke montiert.

Aus einer vorbeifahrenden U-Bahn blicken die Fahrgäste auf die in verschiedenen Farbtönen leuchtende Bar. Die Rückwand ist mit den aus der U2 bekannten kleinen Fließen verkleidet – ihre Farbe ist allerdings in verschiedenen kräftigen Tönen gehalten. An dieser Wand sitzen einige Barbesucher in eleganten Polstermöbel, deren Design extra für diese Bar entworfen wurde.

Immerhin ist es nicht weit von der nächsten Station – Volkstheater – in die U-Bar. Nur ein kurzer Weg durch den Weghuberpark, und das Eintauchen in eine der modernsten und einzigartigsten Bars Europas beginnt.

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